Über Schlaraffia-Francofurta
In jedem Vereinssaal (Burg) der Schlaraffen findet man einen ausgestopften Uhu. Der Uhu mit seiner allumfassenden Weisheit ist zum ständigen Symbol der Schlaraffen weltweit geworden. Man grüßt ihn mit Respekt und Verbeugung und mit dem Ausruf „Uhu!“
Für Umgangsformen haben die Schlaraffen sich wichtige Regeln einfallen lassen, und sie halten sich peinlich genau daran. Da wäre zunächst die persönliche Anrede: grundsätzlich gilt – selbst wenn man sich im profanen Leben duzt oder gar als Vater-Sohn Verhältnis sich doch recht lange kennt – die dritte Person Plural … „seid Ihr mit dem Auto (Benzinroß) gekommen?“.
Während der Sitzungsabende (Sippungen) bittet man den leitenden (fungierenden) Oberschlaraffen um das Wort. Gewährt er es , dann hat man es auch! Ungefragtes Dazwischenreden kann bestraft (gepönt) werden.
Nach Worterteilung beginnt der Schlaraffe mit der Aufforderung: „Schlaraffen hört!“ Tut er dies nicht, dann hört auch niemand zu.
Reden kann man über alles, nur nicht über drei Minuten.
Wenn die Rede droht, unter die Regeln des Gürtellinien-Anstandes zu rutschen, kann der ausgestopfte Uhu auch verhüllt werden – so wird er durch schlüpfrige Worte nicht beleidigt.
Klatschen und "Bravo!" rufen ist verpönt, man klopft auf den Tisch, ruft vernehmlich "Lulu" oder läßt seiner Begeisterung sonstig freien Lauf.
Schlaraffen haben sich – wohl auch um sich von der profanen Welt abzusetzen – ein eigenes Vokabular erhalten. Die deutsche Sprache mit ihren Regeln ist nach wie vor Basis der Schlaraffensprache. Einige Begriffe des täglichen Lebens jedoch sind speziell und für Außenstehende recht skurril:
Man begrüßt sich mit einem „Lulu“; wohingegen bei Mißachtung das Lulu umgedreht wird: „Ulul“
Die Familie des Schlaraffen besteht aus der Ehefrau Burgfrau dem Sohn Knäpplein, der Tochter Burgmaid und nicht zuletzt der geliebten Schwiegermutter Burgschreck.
Essen (Atzen) und Trinken hält die Seele zusammen: „Schlaraffen laben Quell aus demHumpen und bezahlt mit Mammon“ heißt „Schlaraffen trinken Bier aus dem Bierglas und bezahlt mit Geld“ - . Wein heißt Lethe, Schnaps Brandlethe.
Bei den Schlaraffischen Sippungen wird auch gerne musiziert: Cello heißt Kniewinsel, Geige Seufzerholz, Gitarre Minneholz und Trompete Drommete.
Die Monate heißen, beginnend mit Januar: Eismond, Hornung, Lenzmond, Ostermond, Wonnemond, Brachmond, Heumond, Erntemond, Herbstmond, Lethemond, WIndmond und Christmond. Und die Sippung beginnt nicht um 20 Uhr Null Minuten, sondern der Schlaraffe will hören Glock acht und Null Glöckchen.
Zu guter Letzt geht es an die Finanzen: Einem Euro in der profanen Welt entspricht eine Reychsmark, drei Reychsmark sind ein Rosenobel; eine Reychsmarkentsprechen 10 Uhudeut und ein Uhudeut enthält fünf Reychsheller - also:
3 Euro = 1 Rosenobel * 1 Euro = 1 Reychsmark * 1 Uhudeut = 10 Cent *1 Reychsheller = 2 Cent
Es gibt noch mehr schlaraffische Begriffe, aber soviel kann man sich ja gar nicht merken.
Schlaraffia-Francofurta
