V o r w o r t

 

 

Wie es in § 4 der Ceremoniale festgelegt ist, wurde auch mir die Verfassung einer Ritterarbeit aufgetragen. Und zwar geschah das bereits am 30. im Lenzmond a. U. 151 in unserer 3369 Sippung. Der Fungierende, O I Ben Rhenanus gab mir gleichsam als Pön für eine vorlaute Bemerkung über den Schlaf in der Sippung das treffende Thema auf: „In welchem Zusammenhang steht das Wort Schlaf zum Schlaraffentum?"

 

Gut, ich bin so zu Recht gepönt worden. An der Junkertafel war ich sicher manches Mal fürwitzig und vorlaut,... sowie es meinem Stande entsprach. Nachdem ich nun für diese umfangreiche Arbeit recherchiert habe, sind mir einige erhellende Tatsachen klarer geworden. Die Arbeit hat sich gelohnt! Und ich habe mich entschlossen, wenn ich nun einmal Ritter geworden sein sollte, dann werde ich mich nicht mehr in der den Knappen und Junkern vorbehaltenen vorlauten oder fürwitzigen Art am Sippungsgeschehen beteiligen. Versprochen,... ich werde als Ritter zukünftig nur noch dem Sippungsschlaf frönen. Da kann man nicht soviel falsch machen.

 

 

 

Grammatische Reflexionen

 

 

Zunächst einmal: Sogleich, als mir das Thema: „Sippungsschlaf" gestellt wurde, brandete aus der Sassenschaft Protest auf. Der Begriff „Sippungsschlaf" ist schon einmal völlig falsch, gab man mir mit auf den Weg und belehrte mich: Die Sippung kann nämlich nicht schlafen,.... allenfalls die der Sippung beiwohnenden Sassen.

 

Ich zitiere nun Junker Wolfgang wörtlich, wie er nicht nur die grammatischen termini technici nach Art des Schulmeisters beleuchtet, sondern auch mit den beigefügten Beispielen den Kern der Sache trifft:

 

- Der Schlaf, der während der Sippung auftritt: hier wäre der Genitiv "Sippungs" ein Genitivus objectivus. Die Sippung erzeugt ein Objekt. Beispiel: Fehlerbewusstsein, Kindsmisshandlung etc.

 

- Das Schlafen der Sippung (z.B. während der Uhufinsternis oder während der Sommerung). Hier würde die Sippung selber Subjekt des Schlafens sein. Also spricht man von einem Genitivus subjectivus. Beispiel: Kinderspiel.

 

- Weitere Genitive sind: Genitivus praedicativus (Teufelskerl), Genitivus partitivus (Hemdsärmel), Genitivus possessivus (Doktorhut). Ich überlasse es Eurer Phantasie, entsprechende Seitenhiebe auf die Sippung mit einer grammatischen Reflexion zu verbinden. Literatur: Sick, Bastian: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Kiepenheuer und Witsch 2006.

 

 

- Der Schlaf, der durch die Sippung erzeugt wird (Genitivus instrumentalis). Beispiel: Affentheater.

 

Zitat Ende!

 

Aber mit dem dritten Exempel kommen wir der Sache doch schon recht nahe. Der Schlaf, der durch ein Affentheater... äh, nein,... natürlich eine Sippung hervorgerufen wird; Und dieses will ich in meiner Rittertation von vielen Seiten trivialwissenschaftlich beleuchten..

 

Um einen kollektiven Schlaf der Sassen in dieser Sippung zu verhindern, werde ich meine Arbeit nur in Auszügen vorlesen. Für weitere Fragen ist ein Exemplar im Archiv vorhanden.

 

 

 

Schlaraffia Schlafkomfort

 

Selbstverständlich fällt da sofort auf: Schlaraffia - Hoher Anspruch, tiefer Schlaf! Diese Werbung sieht man oft. Wie kann das angehen? Wieso ist Allschlaraffia noch nicht dagegen eingeschritten? Sind wir eine Vereinigung von Schlafhauben mit hohem Anspruch? Das kann ja wohl nicht sein.

Wenden wir uns doch diesen Schlaraffia Matratzen einmal zu. Es ist schon sehr bemerkenswert: Zum 50. Gründungs-Jubiläum unserer Allmutter Praga wurde die Matratzenfabrik gegründet. Sicher doch auch kein Zufall, oder?

Seit 1909 lädt Schlaraffia zum erholsamen Schlaf ein und ist dabei bis heute hellwach geblieben.(Im Gegensatz zu einigen Sassen!) Das Produkt, mit dem der Mensch eine enge und hautnahe Beziehung eingeht, sollte besondere Merkmale für eine gute Nacht bekommen. Die Schlaraffia - Philosophie der ausgewählten Produktqualität war geboren.

Mit einer tonnenschweren Dampfwalze fuhr man den enormen Belastungstest. Die Schlaraffia - Matratzen waren „hart im Nehmen". Der Test war gewonnen.

Auch heute noch ist die „Schlaraffia - Walze" werbewirksam der Orientierungspunkt für stark ausgeprägten Schlafkomfort.

Und auch hier finden wir eine Verwandtschaft. Wie in der Matratzenwerbung werden in der Schlaraffia die Sassen manchmal von einer Fechsung geradezu plattgewalzt,... wie mit einer tonnenschweren Dampfwalze! Und ertragen das ohne Schaden zu nehmen in Toleranz und Freundschaft.... Und haben damit ebenso den Test bestanden.

 

 

Der Schlaf an sich

 

Eine neuere Studie von Staedt und Stoppe sagt:

Bis heute gibt es keine vollständig gesicherte Erklärung zum genauen Zweck des Schlafs, lediglich einige mehr oder weniger plausible Hypothesen, die jedoch alle nicht die naturwissenschaftliche Bedingung einer empirischen Überprüfbarkeit erfüllen. Sie stellen auch keine alternativen Erklärungsversuche dar, sondern beleuchten lediglich aus der Sicht unterschiedlicher biologischer Teildisziplinen die „Nützlichkeit" verschiedener physiologischer Vorgänge des Schlafes.

Die Psychische Hypothese bezieht sich auf die Tatsache, dass im Schlaf Erlebnisse der Wachphasen verarbeitet werden. Das Gehirn wird bei dieser Verarbeitung von überflüssigen Informationen „gereinigt". Auch hilft der Schlaf, neue Erfahrungen einzuordnen und positive wie negative Erfahrungen in Form von Träumen zu verarbeiten.

 Es scheint zwar erwiesen, daß der Schlaf ein Zustand der äußeren Ruhe bei Lebewesen ist. Dabei unterscheiden sich viele Lebenszeichen von denen des Wachzustands. Puls, Atemfrequenz und Blutdruck sinken bei Primaten und höheren Lebewesen im sogenannten NREM-Schlaf ab, und die Gehirnaktivität verändert sich. Das Schließen der Augen sowie die Erhöhung der Spannung der Mittelohrmuskulatur während des NREM-Schlafs unterstützt diese Funktion. Im sogenannten REM-Schlaf, auch als „paradoxer Schlaf" bezeichnet, finden sich hingegen Zustände, die denen des Wach-Seins ähneln, insbesondere eine erhöhte Gehirnaktivität (an Träume aus dieser Phase erinnert man sich am häufigsten) und ein Anstieg von Herz- und Atemfrequenz sowie des Blutdruck.

 

Non-REM-Schlaf (REM, engl. Rapid Eye Movement)

 

 

Wortverwandtschaften

 

Weitere verdächtige Wortverwandtschaften sind ohne große Mühe auszumachen, die oft den Anschein haben nicht zufällig zu sein. Hat ein kauziger Uhu da seine Flügelspitzen im Spiel gehabt?

 

Ich denke schon, denn soviel Zufall kann es doch nicht geben. Zum Beispiel: Schlahafraffentum, oder gar Schlafraffentum. Oder,.... es kommt ja noch besser.....(Verdunkelt den Uhu!) hier und da findet man die vornehme Ausdrucksweise: Einer Sippung beiwohnen! Beim wilden Waldkauz... das ist doch nur eine Umschreibung für das klare und ehrliche  Wort Beischlaf! Wobei man hier aber wieder differenzieren muß: Schläft man beim Beischlaf eigentlich wirklich? Aber ich denke hierüber müßte eine gesonderte Dissertation verfaßt werden.

 

 

Vorläufige Erkenntnisse

 

Aber wie geht das alles zusammen mit unserem thematisierten Schlaf in der Sippung?  Wenn wir  also den konkreten Zweck des Schlafes nicht kennen, warum schlafen wir dann überhaupt und warum das auch noch in der Sippung?

 

Kommen einige ältere Sassen einfach nur zum Schlafen in die Sippung? Oder ist  das ständige Gestammel und der müde kullernde güldene Ball so einschläfernd?

Will der Sasse der Atmosphäre einer Sippung entfliehen, indem er sich einfach wegschläft?

Wird ein plötzliches Einschlafen in erster Linie durch Eintönigkeit hervor- gerufen, oder kann es in jeder Situation zum plötzlichen Einschlafen kommen? Diese Fragen werden schon durch die Herangehensweise der verschiedenen medizinischen, neurologischen oder psychologischen Disziplinen klassifiziert.

Plötzliches Einschlafen ist danach also kein Zeichen für mangelndes Interesse, Gleichgültigkeit oder gar Faulheit, sondern meist krankheitsbedingt.Männer sind geringfügig häufiger betroffen als Frauen. Exakte epidemiologische Studien fehlen allerdings.

Beim automatisierten Verhalten werden Tätigkeiten nur motorisch ausgeführt, also ohne bewusste Steuerung. Der Narkoleptiker schläft mitten in einer Handlung ein und führt sie im Schlaf fort. Dabei besteht erhöhte Unfall- und Verletzungsgefahr.

Das heißt doch: Ein Sasse in der Sippung, der das Verhalten in derselben im Unterbewußten automatisiert hat, wie z. B. Zulaben, Lulu rufen oder als Beifall mit der Hand auf den Tisch schlagen, vor allem aber sinnig vor sich herzubrüten, der wird diese Automatismen auch im Schlaf  weiter motorisch ausführen, ohne daß die weiteren Sassen das bemerken müssen!, sich sogar teilweise daran erinnern können.

Im schlimmsten Falle wird der Sasse sogar in diesem Zustand sprechen. Dieses Phänomen soll vor allem bei Oberschlaraffen auf dem Throne beobachtet worden sein. Und dieses Reden im Schlafe ist durchaus schwer zu diagnostizieren. Denn es kommt hier erschwerend hinzu: Es ist sehr schwer zu unterscheiden, ob ein Thronsasse nun im Schlafe unbewußtes vor sich hin brabbelt, oder ob er meint im Wachzustand eine zündende Rede zu halten. Durch den „wachen" Zustand (wach habe ich extra in Anführungszeichen gesetzt!) wird der Inhalt einer Rede vom Thron nämlich nicht zwangsläufig verständlicher.

 

In einer bemerkenswerten Fechsung in der 3382. Sippung wurde von einem glaubwürdigen Ritter berichtet, daß ein Thronsasse mit fest geschlossenen Augen auf dem Thron vor sich hinredete. Unverständlich wie bereits vorher beschrieben. Als er nun aber laut angesprochen wurde, öffnete er immerhin das linke Auge, hörte aber sofort auf zu reden. Ein weiteres Phänomen, dessen Erklärung den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde!

In diesem Zusammenhang sei nur eine weitere Besonderheit erwähnt: Wenn ein Sasse in der Sippung ständig schläft und das noch verschämt hinter einem Pfeiler versteckt,.... dann soll dies das sicherste Zeichen sein: Hier schlummert ein zukünftiger Oberschlafraffe!

Und was sagte unser ES Faust zum Schlaf?

Es ist eine Forderung der Natur, daß der Mensch mitunter betäubt werde, ohne zu schlafen; daher der Genuß im Tabakrauchen, Branntweintrinken, Opiaten.
Johann Wolfgang von Goethe, Werke - Hamburger Ausgabe Bd. 12, Maximen und Reflexionen

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Süßer Schlaf! Du kommst wie ein reines Glück ungebeten, unerfleht am willigsten. Du lösest die Knoten der strengen Gedanken, vermischest alle Bilder der Freude und des Schmerzes, ungehindert fließt der Kreis innerer Harmonien, und eingehüllt in gefälligen Wahnsinn versinken wir und hören auf zu sein. (Egmont)

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Im Alter schläft man eigentlich nicht. Der Schlaf zieht sich nur über die Gegenstände des Tages wie eine Art von Flor und läßt sie durchscheinen.

Quelle:zu Riemer, 21. 5. 1807

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Leise bist du nur umfangen, Schlaf ist Schale, wirf sie fort!                                 Faust II

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Schlummer und Schlaf, zwei Brüder, zum Dienste der Götter berufen, Bat sich Prometheus herab, seinem Geschlechte zum Trost; Aber, den Göttern so leicht, doch schwer zu ertragen den Menschen, Ward nun ihr Schlummer uns Schlaf, ward nun ihr Schlaf uns zum Tod.

 

 

 

Saloppe Katatonie

Dieser bemerkenswerte Zustand wir erklärt im "Lexikon der erklärungs- bedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung" von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller

Geistiger und körperlicher Zustand der Muskulatur- und Gehirnverkrampfung, in den man gerät, wenn man sich für längere Zeit in einem Dimensionsloch aufhält, oder durch ein Dimensionsloch in eine andere Dimension stürzt.  In diesem Zustand der fast absoluten Körper- und Gedankenstarre ist man durch nichts mehr zu beeindrucken, nicht einmal durch den Dimensionslochsturz an sich. Eine schöne, bleierne Schläfrigkeit macht sich im Körper breit, die Ohren werden sehr warm, und ein breites, doofes Grinsen bestimmt den Gesichtsausdruck. Er ist sehr entfernt dem Zustand der hilflosen Ekstase ähnlich, in die man gerät, wenn man auf einer Achterbahn in den doppelten Looping geht.

Ein Dimensionsloch ist ein Portal in den Dimensionslochraum. Äußerlich sind sie vom Untergrund nicht zu unterscheiden. Die Wahrscheinlichkeit, in einer bestimmten Dimension zu landen, ist unwahrscheinlich gering! Befindet man sich im Dimensionslochraum, ist man an jedem vorstellbaren und unvorstellbaren Ort zu jeder beliebigen vergangenen, gegenwärtigen oder zukünftigen Zeit, und das auch noch im selben Moment. Durch diese Reizüberflutung verfällt man in einen Zustand, der Saloppe Katatonie genannt wird, einem Gefühl vollkommener Gleichgültigkeit.

Man kann sich einen Quadratmeter Dimensionslochraum ganz einfach vorstellen, soweit man über mindestens sieben Gehirne verfügt:

„Stellen Sie sich einfach einen Zug vor, der mit einer Kerze auf dem Dach durch ein schwarzes Loch fährt, während Sie selbst mit einer Kerze auf dem Kopf auf einem Glockenturm auf dem Mars stehen und eine Uhr aufziehen, die genau einen Quadratkilometer groß ist, und ein Uhu, der übrigens auch eine Kerze auf dem Kopf trägt, in entgegengesetzter Richtung zum Zug und mit Lichtgeschwindigkeit durch einen Tunnel fliegt, welcher gerade von einem anderen schwarzen Loch verschluckt wird, das ebenfalls eine Kerze auf dem Kopf trägt [...]. Verbinden Sie die vier Punkte, an denen die Kerzen brennen, mit einem Buntstift, und Sie haben einen Quadratmeter des Dimensionslochraums. Auf der Uhr können Sie übrigens nachsehen, wie spät es auf dem Mars ist, sogar im Dunkeln, denn Sie haben ja eine Kerze auf dem Kopf."

Die Wahrscheinlichkeit, exakt auf dem gleichen Weg wieder in seine Ursprungsdimension zu gelangen, beträgt eins zu einer Nachtillion.

Diese wissenswerten Phänomene wurden dem umfangreichen Werke Walter Moers entnommen.  

 

 

 

Abschließende Zusammenfassung.

 

 

Und damit komme ich mit dem Ersten Teil meiner Betrachtung zum Ende. Folgende Feststellung  kann getroffen werden:

 

Für den Schlaf in der Sippung gibt es keine trivialwissenschaftliche Erklärung, sofern nicht eine der vorgenannten Erkrankungen vorliegt.

 

Auch eine eventuell unsensible Steuerung einer Sippung durch den Thron, in der die Langeweile vorherrscht, kann nicht als Begründung gelten. Allenfalls wenn dieser Umstand (was natürlich unvorstellbar scheint!!) mit einer durch profane Überbelastung des betreffenden Sassen zusammenkommen sollte, wäre das vielleicht wohlwollend in Betracht zu ziehen.

 

Damit möchte ich die zuletzt vorgestellte Möglichkeit als einzige plausible Erklärung gelten lassen. Nämlich die durch Prof. Nachtigaller so schlüssig beschriebene saloppe Katatonie.

 

Diese wird doch, wie wir oben lernen durften durch den Sturz in ein Dimensionsloch hervorgerufen. Vielliebe Schlaraffenbrüder, wenn wir durch unsere Burgpforte in unsere heimelige Burg eintreten und den ersten Gruß unserem Uhu entboten haben,... ja, da sind wir doch in einer anderen Dimension angelangt, oder nicht?  Und da ist es doch die einzige Erklärung: Bei einem Sturz aus der profanen Dimension in die des Uhuversums, kann es eben zu der oben beschriebenen saloppen Katatonie kommen. Man sieht aus, als ob man schliefe, grinst vor sich hin und ist nicht ansprechbar. So sieht es aus. Damit ist die Erklärung für den anscheinenden Sippungsschlaf untermauert.

 

 

Narkolepsie

Die Narkolepsie, volkstümlich auch "Schlafkrankheit" oder "Schlummersucht" genannt, ist in der Tat eine der sonderbarsten Leiden, wenngleich so alt wie die Menschheit. Sie ist charakterisiert durch eine lästige Schläfrigkeit während des Tages, ggf. sogar regelrechte Schlafanfälle, durch so genannte kataplektische Attacken, d. h. eine plötzliche Erschlaffung der Muskulatur, nicht selten durch gefühlsgesteuerte Einflüsse ausgelöst (deshalb auch "Lachschlag") genannt sowie durch Schlaflähmungen, d. h. man kann sich trotz klaren Bewusstseins nicht mehr rühren.

Dazu ein meist gestörter, d. h. unruhiger, auf jeden Fall unerquicklicher Nachtschlaf mit oftmals angsterfüllten Träumen, meist in der Übergangsphase vom Wachen zum Schlafen (hypnagoge Halluzinationen). Als Folge der starken Tagesschläfrigkeit nicht selten automatisch wirkende Handlungen, die zum Teil ungewöhnlich bis peinlich ausfallen können.

Die Folgen eines solchen, natürlich für die meisten ungewöhnlichen, zumindest erklärungsbedürftigen Krankheitsbildes lassen sich ausrechnen: eingeschränkte Lebensqualität und Leistungsfähigkeit, Probleme in Ehe, Familie und am Arbeitsplatz, ggf. erhöhte Unfallgefahr, vor allem aber seelische und psychosoziale Beeinträchtigungen: ratlos, resigniert, beschämt, Schlaf-Furcht, Niedergeschlagenheit, Angstzustände, Rückzug und Isolationsgefahr.

 

 

 

 

 

 

Plötzliches Einschlafen

Das eigene Immunsystem greift bei betroffenen Menschen Nervenzellen im Gehirn an, die steuern, wann wir schlafen und wann wir wach sind. Narkoleptiker leiden tagsüber unter grosser Schläfrigkeit, dafür haben sie nachts einen abnormen Schlafrhythmus. Dazu kommen plötzliche Muskellähmungen, die oft durch starke Emotionen wie Freude oder Ärger ausgelöst werden. Die Ursache dieser zum Teil auch «Schlummersucht» genannten Krankheit ist ungewiss.Bekannt ist, dass der Mangel eines Hormons namens Orexin im Hirn eine Schlüsselrolle bei der Krankheitsentstehung spielt. Und Forscher vermuteten schon lange, dass es das eigene Immunsystem ist, das bei

 

 

Narkoleptikern die Nervenzellen abtötet, die Orexin im Gehirn herstellen. Einen Beweis dafür gab es aber bislang nicht.

Somonlenz

Somnolenz bezeichnet in der Medizin eine Benommenheit mit abnormer Schläfrigkeit als leichtere Form der Bewusstseinstrübung (mit Erweckbarkeit und mit meist nicht vollständiger Erinnerungslücke (Amnesie).

Somnolenz und Hypnose

In der Hypnose wird mit dem Begriff der Somnolenz häufig das leichteste Stadium hypnotischer Trance benannt. Hier verspürt die Versuchsperson spontane Müdigkeit und Schläfrigkeit, physisch hervorgerufen durch beginnende Muskelentspannung und ruhigen Atemrhythmus und psychisch forciert durch entsprechende Suggestionen. Das Wachbewusstsein wird dabei auf die Worte des Hypnotiseurs eingeengt.

Die Somnolenz geht bei weiterer Vertiefung der Hypnose in die Hypotaxie über.Zahlreiche neurologische Erkrankungen sind mit einer Störung der Vigilanz (=Wachheit)verbunden. Man unterscheidet verschiedene Stufen:

Als Somnolenz bezeichnet man bei einem Patienten eine abnorme, krankhafte Schläfrigkeit, bei Erhalt akustischer Weckreaktion. Die Lichtreflexe sind noch auslösbar.Als Sopor bezeichnet man bei einem Patienten, fehlende spontane Bewegungen. Bei Anruf erfolgt eine kurze Orientierungsreaktion und eine ungezielte Reaktion auf Reize.Als leichtes Koma bezeichnet man bei einem Patienten, keine Reaktion auf optische oder akustische Reize. Er hat nur undifferenzierte Abwehrbewegungen auf sensible Reize.Als tiefes Koma bezeichnet man bei einem Patienten, keine Reaktion auf heftige äußere Reize. Als Stupor bezeichnet man bei einem Patienten, einen Zustand geistig-körperlicher Erstarrung bei Aufhebung aller Willensleistungen.
Dieser Zustand kommt bei Schock, im Angstzustand oder Schizophrenie vor.

Sekundenschlaf

Ursachen des Sekundenschlafs sind Schlafstörungen oder Müdigkeit, ausgelöst beispielsweise durch Verrichten monotoner Arbeiten.

Entgegen landläufiger Meinung kann der Sekundenschlaf auch mit offenen Augen ablaufen und in körperlich ausgeruhtem Zustand vorkommen. Die Ursache ist z. B. in einer bequemen Sitzhaltung zu sehen, bei der Barorezeptoren längs der Wirbelsäule einen Ruhezustand signalisieren und dadurch im Gehirn das Weckzentrum ausgeschaltet wird. Wenn die Sinneswahrnehmung der Augen zusätzlich durch monotone Bildeindrücke die Aufmerksamkeit unterfordert, wird die Gehirnaktivität soweit zurückgefahren, dass Reaktionszeiten von mehreren Sekunden die Folge sind.

Etymologie

Das Wort „Schlaf" kommt aus dem Altgermanischen. Es ist eine Nominalisierung vom Verb „schlafen". Im Gotischen hieß das Wort „sleps", im alt- und Mittelhochdeutschen „slaf". Die germanischen Sprachen Englisch und Niederländisch verwenden ein Wort derselben Wurzel. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Schlafen" ist „Schlapp werden", das seinerseits mit dem Adjektiv „schlaff" verwandt ist.[2]

Aus dem Wort „Schlaf" sind verschiedene andere Ausdrücke entstanden, die mit dem eigentlichen Schlaf direkt gar nichts zu tun haben. So ist „Entschlafen" ein Euphemismus auf den Tod und bei Beischlaf redet man von Geschlechtsverkehr. Eine „Schlafmütze" ist eigentlich ein Kleidungsstück, bezogen auf eine Person meint man aber einen Viel- oder Langschläfer.

 

Schlafeinleitung

An der Schlafeinleitung sind im Wesentlichen drei Gruppen von Nervenzellen im Gehirn beteiligt. Zu diesen Nervenzellgruppen gehören ein Gebiet im Hirnstamm, die Formatio reticularis, und zwei Zwischenhirngebiete: der Thalamus und der Hypothalamus.[3] Die Formatio reticularis ist bekannt für ihre Funktion als Signalgeber für Wachheit, und gehört deshalb zum sogenannten aufsteigenden retikulären Aktivierungssystem. Ihre Aufmerksamkeits- oder Weck-Funktion übt die Formatio reticularis über Botenstoffe aus, mit denen sie den Thalamus (das Tor zum Bewusstsein) erregt. Diese Neurotransmitter sind Noradrenalin und Acetylcholin. Innerhalb der Formatio reticularis gibt es weitere komplexe Verschaltungen u. a. mit den Raphekernen. Diese üben mit ihrem Transmitter Serotonin vor allem beim Einschlafen einen hemmenden Einfluss auf die noradrenergen Systeme aus.

 

 

Beim Einschlafen können diese Nervenzellgruppen (man sagt auch Kerngebiete) im Hirnstamm über verschiedene Wege bremsend auf die Aktivität des Thalamus einwirken. Hier wird wiederum ein anderer Transmitterstoff benutzt, nämlich γ-Aminobuttersäure. Es gibt also zwei Wege, über die das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem den unspezifischen Thalamus erreicht: Direkt zur Aktivierung und Erhöhung der Aufmerksamkeit oder indirekt über zwischengeschaltete hemmende Nervenzellen (Interneurone) zur Abnahme der Aufmerksamkeit und schließlich zur Schlafeinleitung.

Somit ist das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem einerseits für die Wachheit zuständig und andererseits für die Schlafeinleitung. Nebenbei wirkt das gleiche Kerngebiet im Hirnstamm bremsend auf die Aktivität von Nervenzellgruppen im Rückenmark, was eine allgemeine Schlaffheit der Muskulatur (Atonie) zur Folge hat: Der Mensch ist nicht nur müde, sondern auch der Tonus der Muskulatur nimmt ab; beim Einschlafen im Sitzen fällt beispielsweise der Kopf nach vorn.

Der Hypothalamus ist mit dem Auge oder der Sehbahn verbunden und produziert bei Dunkelheit weniger von dem Transmitter Histamin und einem Peptid namens Orexin (von griech. orexis, ρεξις „Verlangen, Appetit"), das zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit führt. Orexin hat einen maßgeblichen Einfluss auf das Schlaf-/Wachverhalten des Menschen.[5] Ursprünglich wurde die appetitsteigernde Wirkung des Hormons festgestellt, daher der Name. Auch der Ncl. preopticus ventrolateralis (VLPO, das Esszentrum des Gehirns) des Hypothalamus ist beteiligt an der Schlafeinleitung. Der Ncl. suprachiasmaticus (SCN) enthält direkte Afferenzen aus der Retina. Hier vermuten Forscher den Sitz der Inneren Uhr, Neurone, die für die Circadiane Rhythmik verantwortlich sind. Der SCN kontrolliert sehr stark die Aktivität des Sympathikus. Über dieses vegetative System stimuliert der SCN die Freisetzung von Melatonin aus der Zirbeldrüse. Melatonin wird in den Abendstunden vermehrt ausgeschüttet und trägt zur Schlafeinleitung bei. Folglich erfährt das Gehirn über den Hypothalamus, dass es Zeit zum Schlafen ist, weil es dunkel wurde.[6][7][8]

Der Körper besitzt weitere Mediatoren, die zu erhöhtem Schlafbedürfnis führen. So entsteht bei großen Stoffwechselleistungen (körperliche Arbeit) vermehrt Adenosin, das Müdigkeit hervorruft. Ebenso wirken Entzündungsmediatoren wie Interleukin-1, die zu vermehrtem Schlaf während einer fieberhaften Krankheit führen.

 

 

 

Träumen

Als Traum wird das psychische Erleben im Schlaf bezeichnet, das überwiegend von visuellen und akustischen Wahrnehmungen geprägt ist. Kognitive Fähigkeiten wie begriffliches Denken und kausal-logisches Erinnern treten dabei in den Hintergrund. Während des Traumgeschehens ist eine Unterscheidung zwischen psychischem Erleben und körperlicher Sinneswahrnehmung aufgehoben, wodurch innere psychische Prozesse als äußere physische Realität erlebt werden. Die meisten Träume sind nach dem Erwachen oft schwer oder überhaupt nicht erinnerlich. Studien zufolge erinnern sich die Menschen allerdings fast immer an lebhafte Träume beim direkten Aufwachen aus der REM-Phase. Im REM-Stadium ist das Gehirn so aktiv wie beim Einschlafen, daher ist dies auch ein optimaler Zeitpunkt zum Aufwachen.

Nur in seltenen Fällen erlebt der Schlafende einen Klartraum, das heißt, er ist sich vollends bewusst, dass er träumt und kann sein Handeln im Traum aktiv beeinflussen.

Die wissenschaftliche Disziplin der Traumforschung ist die Oneirologie. Oft wird dieser Begriff auch für die Traumdeutung verwendet.